Entwicklungen einer Stadt: „In Aulendorf ticken die Uhren ganz anders“

Langsam und stetig mausert sich die Stadt Aulendorf zur Vorzeigekommune. Was vor 10 Jahren noch keiner glauben wollte, ist heute Realität: Die Stadt Aulendorf hat sich in den letzten Jahren überaus positiv entwickelt. Die Details der Entwicklung und die Gründe dafür hatte der Landtagsabgeordnete Raimund Haser jetzt in einer Kleinen Anfrage bei der Landesregierung abgefragt. „Das Ergebnis der Anstrengungen der letzten Jahre, hat sich gelohnt“, freut sich Haser. Wichtigstes Fundament für die positive Entwicklung war dabei vor allem eine motivierte und leistungsbereite Verwaltung mit Bürgermeister Matthias Burth an der Spitze und ein kooperativer Gemeinderat. Wichtig war aber auch die zu Beginn sehr enge Begleitung und Unterstützung durch das Landratsamt Ravensburg, sowie die von der damaligen CDU-geführten Landesregierung großzügigen Sonderregelungen.

 

Die noch im Jahre 2008 mit einer Pro-Kopf-Verschuldung von rd. 6.300 Euro je Einwohner am höchsten verschuldete Gemeinde in Baden-Württemberg hat Dank konstanter eigener Bemühungen - durch Mehreinnahmen und Wenigerausgaben - gute Fortschritte gemacht. Das bescheinigt der Staatssekretär im Innenministerium Wilfried Klenk (CDU) der Stadt Aulendorf. In 10 Jahren habe sich die Verschuldung um rund 32 Millionen und damit um mehr als die Hälfte reduziert. Aulendorf verfügt bereits seit einigen Jahren über eine zufriedenstellende Liquidität und eine ausreichende Ertragskraft des Verwaltungshaushalts. „Zwar hat das Land Baden-Württemberg Finanzhilfen durch zwei öffentlich-rechtliche Verträge gewährt. Einmal sind 2010-2012 jährliche Zinszuschüsse von 2,3 Millionen Euro geflossen, 2013 gar nochmals 18 Millionen Tilgungshilfe, welche zur Sondertilgung bestehender Kredite verwendet wurden“, erklärt Raimund Haser, „Aulendorf hat die weitere Tilgungshilfe des Landes dann aber aufgrund der positiven Entwicklungen in Aulendorf gar nicht mehr gebraucht“.

Die insgesamt positive Entwicklung der Stadt wird gleich in mehreren Bereichen deutlich sichtbar: „Die Bevölkerung ist gewachsen, es leben mehr jüngere Menschen unter 18 Jahren in Aulendorf. Der Jugendquotient liegt über dem Altersquotienten! Das ist ungewöhnlich. Durch die Ansiedlung von Carthago Reisemobil stieg auch die Anzahl der Beschäftigten rapide an. Die Nachfrage nach Wohnraum und Wohnbauplätzen ist ungebremst, die Übernachtungszahlen explodieren, ebenso wie die Grundschule. Dort wird heuer gar eine Fünfzügigkeit der Eingangsklasse notwendig, um alle Kinder der Stadt unterrichten zu können“, betont der Bildungsexperte Raimund Haser.

Und wenn man etwas genauer hinschaut, kommen interessante und beeindruckende Details zum Vorschein, die den Schluss zulassen, dass die Uhren in Aulendorf irgendwie nun anders ticken: Am meisten fällt Raimund Haser bei der Beantwortung der Kleinen Anfrage auf, dass das Ministerium das übergroße bürgerschaftliche Engagement in Aulendorf als außerordentlich hoch und vielfältig bezeichnet. Es habe sich teilweise aus einem finanziellen Notstand der Stadt heraus entwickelt und über die krisenhafte Situation getragen. In mehr als 80 bürgerschaftlichen Vereinigungen und Vereinen engagieren sich die Aulendorfer. Für die Grundschule, die aus mehreren Gebäudeteilen besteht konnte 2013 ein Teilneubau für einen Einsturzgefährdeten Gebäudeteil errichtet werden. Der Grundschulförderverein habe zur Finanzierung einen Betrag von 100.000 Euro gespendet. Darüber hinaus würden in Aulendorf rund 32.000 Jugendbetreuungsstunden geleistet, was einem Umfang der Jahresarbeit von 18! hauptamtlichen Betreuern entspreche, so Haser.

Der Verein Steegefreunde beispielsweise habe sich verpflichtet den jährlichen Abmangel des Bades zu übernehmen und konnte 2011 bis 2016 rund 81.000 Euro an die Stadt überwiesen. Außerdem habe der Verein in Eigenleistung den Pavillon am See renoviert. Die Feuerwehr in Aulendorf hat den Neubau des Feuerwehrhauses in Blönried größtenteils in Eigenleistung erbracht, beim Anbau an das Feuerwehrhaus in Tannhausen wurden ebenfalls erhebliche Eigenleistungen der Feuerwehr erbracht. Ein Förderverein Rot-Weiß-Rad hat die Organisation der Adventstage übernommen, nachdem sich die Stadt aus der freiwilligen Aufgabe zurückgezogen hat. „Man bemerkt, dass es mit Sicherheit nicht alltäglich ist, was und wie die Aulendorfer etwas tun. Die Menschen sind zusammengerückt und helfen einander, lobt Raimund Haser das ehrenamtliche Engagement der Bürgerinnen und Bürger.

 

Nach einem Besuch in Aulendorf Mitte April hatte ihn die Geschichte der Stadt einfach interessiert und er hat deshalb einmal die Entwicklung bei der Landesregierung abgefragt. „Klar ist, ohne die Finanzhilfen des Landes und der in den Verträgen festgelegten Eigenverpflichtungen der Stadt, die Kontroll – und Entscheidungsrechte der Rechtsaufsichtbehörden zu akzeptieren und sich derer zu unterwerfen, hätte das alles nicht funktioniert. Jetzt zu lesen, dass im Jahr 2017 Aulendorf von 2008 schon längst nicht mehr unter den Top Ten der am höchsten verschuldeten Gemeinden liegt, sondern mit dem 19. Platz nun quasi den Abstieg in die zweite Liga schaffte, beeindruckt mich doch sehr“, gesteht Haser.

„Auch wenn eine strikte Ausgabendisziplin oberstes Gebot bleiben muss, werden für die kommenden Jahre bereits ausgeglichene Haushalte prognostiziert“, erklärte der CDU-Landtagsabgeordnete Raimund Haser abschließend.

Kleine Anfrage: Entwicklung der Kriminalität im Wahlkreis Wangen-Illertal

Ich frage die Landesregierung:

  1. Wie hat sich die Anzahl der Straftaten im Wahlkreis Wangen-Illertal im laufenden Jahr 2017 gegenüber den Vorjahren 2016, 2015 und 2014 entwickelt (aufgegliedert nach den Städten Leutkirch, Wangen sowie Bad Waldsee, Bad Wurzach, Isny und Kisslegg sowie nach den Polizeirevieren des Wahlkreises Wangen-Illertal)?
  2. Wie hat sich die Zahl der Einbrüche im Wahlkreis Wangen-Illertal im laufenden Jahr 2017 gegenüber den Vorjahren 2016, 2015 und 2014 entwickelt (aufgegliedert nach den Städten Leutkirch, Wangen sowie Bad Waldsee, Bad Wurzach, Isny und Kisslegg sowie nach den Polizeirevieren des Wahlkreises Wangen-Illertal)?
  3. In welchen Städten und Gemeinden im Wahlkreis Wangen-Illertal wurden welche Straftaten am häufigsten verübt und wie stellt sich die Entwicklung 2017 gegenüber den Vorjahren 2016, 2015 und 2014 dar?
  4. Wie hat sich die Aufklärungsquote bei Straftaten im Wahlkreis Wangen-Illertal 2017 gegenüber den Vorjahren 2016, 2015 und 2014 (aufgegliedert nach Delikten und Polizeirevieren) entwickelt?
  5. Welche Maßnahmen ergreift sie, um die Anzahl der Straftaten präventiv zu verhindern und welche Maßnahmen führt sie durch, um die Aufklärungsquote bei Straftaten zu verbessern?

Begründung

Die Kleine Anfrage soll die Entwicklung der Straftaten und Delikte im Wahlkreis Wangen-Illertal aufzeigen, um hieraus eventuell notwendige Maßnahmen abzuleiten.

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