Games-Standort Baden-Württemberg

Die ausführliche Beantwortung des Antrags finden Sie hier

 

Der Landtag wolle beschließen,
 die Landesregierung zu ersuchen
 zu berichten,
 
1. wie viele Unternehmen der Games-Branche ihren Sitz in Baden-Württemberg haben, ggf. mit welchen regionalen Schwerpunkten;
 
2. welche Schlüsse sie aus den im Dezember 2017 veröffentlichten Ergebnissen der Studie „Computer- und Videospielindustrie in Deutschland“ der Hamburg Media School für die Entwicklung passgenauer wirtschaftspolitischer Maßnahmen für das Land Baden-Württemberg zieht;
 
3. welches wirtschaftliche Potenzial der Games-Branche in Baden-Württemberg im bundes- und europaweiten Vergleich zukommt;
 
4. in welcher Weise sie bzw. die MFG Medien- und Filmgesellschaft BadenWürttemberg mbH die Kreativbranche dabei unterstützt, Games aus BadenWürttemberg über das Land hinaus zu bewerben und zu vermarkten;
 
5. inwieweit sie eine Förderung digitaler Spiele mittels Medialeistungen ähnlich wie durch die FilmFernsehFonds Bayern GmbH (FFF Bayern) für zweckmäßig erachtet;
 
6. wie viele Studenten an Hochschulen in Baden-Württemberg in den letzten fünf Jahren in Studiengängen, die Kompetenzen in Game Design, Digital Art, Game Development, Game Programming und/oder Game Production vermitteln, immatrikuliert waren und diese abgeschlossen haben;
 
7. welche Bedarfe nach zusätzlichen Studienplätzen oder nach zertifizierten Berufsabschlüssen im Games-Bereich bestehen; 

 8. welche Schwerpunkte und langfristigen Ziele die Gamesförderung in Baden Württemberg hat;
 
 9. aus welchen Haushaltstiteln in welcher Höhe sich die Gamesförderung speist und an welche Institutionen sie vergeben wird;
 
10. wie sichergestellt werden kann, dass Unternehmen der Games-Branche in Baden-Württemberg von der erstmals im Bundeshaushalt 2019 verankerten Förderung auf Bundesebene durch den „Deutschen Games-Fonds“ in Höhe von 50 Millionen Euro profitieren können;
 
11. wie sich die Zusammenarbeit zwischen der MFG Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg mbH und dem im Jahr 2018 neu gegründeten Branchenverband „game Baden-Württemberg“ gestaltet;
 
12. wie sie die Bildung eines echten – virtuellen wie räumlich beheimateten – „Medienhauses BW“ bewertet, in dem sich Kreative und Vermarkter, Absolventen und Arbeitgeber, Künstler, Musiker und Filmemacher, Gamer, IT- und Animationsspezialisten usw. begegnen können;
 
13. inwieweit bestehende Kulturkonzeptionen des Landes inklusive geltender Förderstrukturen mit welchem Zeithorizont evaluiert werden;
 
14. ob und inwieweit sie Bedarf an regulatorischen Maßnahmen im Bereich des Jugendmedienschutzes, insbesondere bei der Verpflichtung zur Kennzeichnung nach dem Jugendschutzgesetz, erkennt;
 
15. inwiefern Games in Baden-Württemberg im Bildungsbereich Anwendung finden und welche Chancen die Landesregierung im Einsatz von Games im Unterricht sieht.
 
 
24. 01. 2019
 
Haser, Gentges, Blenke, von Eyb,  Dr. Scheffold, Stächele CDU
 
 
 
 
 
Begründung
 
Die Software-/Games-Industrie macht nach einer Studie zur Kultur- und Kreativ wirtschaft in Baden-Württemberg mit einem Umsatz von 9,8 Mrd. Euro bzw.  37,3 Prozent des Umsatzes im Jahr 2017 den umsatzstärksten Teilbereich aus. Vor diesem Hintergrund zeigt sich, dass Medienpolitik zu einem großen Teil auch Wirtschaftspolitik ist. Die Kreativwirtschaft, zu der neben klassischen Print- und On linemedien, Agenturen, Designern, Fotografen und Künstlern auch die Musikwirtschaft, die Filmwirtschaft, die Animationsbranche oder eben die GamesBranche gehören, wird bereits an vielen Stellen auf unterschiedlichste Arten gefördert. Dies ist ausdrücklich zu begrüßen und – wo möglich – auszubauen. 
 Mit dem vorliegenden Antrag soll eruiert werden, wie die Interessenvertretung der Kreativwirtschaft in staatlichen und öffentlich-rechtlichen Strukturen gestärkt sowie – ganz allgemein – die Kreativbranche unter Evaluierung der bisherigen Förderstrukturen um eine starke wirtschaftspolitische Komponente ergänzt werden kann.

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